Lesermeinung(en)
Empfehlenswert! Suchmaschinen sind die Wegweiser der Informationsgesellschaft: Über 90 Prozent der Internetnutzer finden sich nur mit ihrer Hilfe im Netz zurecht. "Suchmaschinen entscheiden heute - ähnlich wie Journalisten - mit darüber, welche Themen überhaupt wahrgenommen werden", so Marcel Machill, Professor für Journalistik an der Universität Leipzig und Berater der Bertelsmann Stiftung. In seinem Buch "Wegweiser im Netz" befasst er sich zusammen mit Carsten Welp mit der Nutzung und der Qualität von Suchmaschinen. Das Buch setzt sich aus repräsentativen Umfragen, Analysen und Vergleichen zusammen. Die Autoren befassen sich im Einzelnen mit den Ansichten des Nutzers. In einer repräsentativen Umfrage wird beispielsweise gezeigt, was Nutzer von einem Internetportal wie Google erwarten, wofür sie solche Dienste nutzen und was sie allgemein über Suchmaschinen wissen. Anhand von Tabellen und Diagrammen wird deutlich, dass in Deutschland die Verwendung von Webkatalogen wesentlich zugenommen hat und dass viele Konsumenten eher im Internet recherchieren, um Informationen zu bekommen, als Printmedien zu durchforsten. In den ersten vier Kapiteln werden neben der Nutzerumfrage auch Marktanalysen und Leistungsvergleiche durchgeführt und der technische Status quo von Suchmaschinen mit ihren spezifischen Stärken und Schwächen aufgezeigt. Im fünften Kapitel befasst sich das Buch mit den auftretenden Hindernissen beim Suchen via Internetportale. Dabei wurden Experimente durchgeführt, die wiederum auf das Nutzerverhalten abzielten, wenn dieser beispielsweise sein Ziel mit dem ersten Suchauftrag nicht erreichte. Nach den Kriterien Kompetenz und Sucherfolg, Selektion und Navigation und Invalide Trefferlinks wurden die Nutzer mit verschieden Suchaufgaben konfrontiert und mussten die Suchmaschinen anschließend bewerten. Zusätzlich befasst sich das Buch mit dem Problem des so genannten "Spamming". Dabei werden Suchergebnisse zunehmend von außen durch kommerzielle Website-Anbieter manipuliert, um eine Top-Platzierung ihrer Websites zu erzielen. Die Autoren gehen dem nach und erklären in einem Test der Effektivität, wie einfach es sein kann Suchmaschinen zu manipulieren, damit sie am Ende Treffer aufzeigen, die nichts mit dem eigentlich gesuchten Begriff zu tun haben. Das Buch schließt mit einer executive summary, in der noch einmal alle Kernergebnisse der vorangegangenen Analysen zusammengefasst sind. Kurz und knapp werden dazu Handlungsempfehlungen für Wissenschaft, Optimierer, Nutzer, Bildungsinstitutionen, Medien oder Medienpolitik gegeben. Im anschließenden Glossar findet der Leser alle englischen Begriffe und Fachjargon wieder, die zuvor in im Buch erwähnt wurden. Eine sehr hilfreiche Ergänzung, die das Verständnis erheblich erleichtert. Da laut Buch 91% aller Deutschen regelmäßig Internetportale nutzen, ist diese Studie für jedermann interessant zu lesen. Es ist nicht von Nöten ein Profi in Sachen Internetrecherche zu sein, dank der einfachen Wortwahl versteht jeder worum es geht und kann dem leicht folgen. Die Studie "Wegweiser im Netz" ist jedem zu empfehlen, der sich einmal mehr mit der Materie Suchmaschine auseinander setzen und Wissenswertes über die Funktionsweisen, Qualitäten und Nutzereinschätzungen erfahren möchte. Rezension von Annika Bischof, Deutscher Fachjournalisten-Verband
» Dieses Buch bei amazon.de ansehen.
|