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Unternehmens-Weblog: Was das ist, wozu es gut ist, wie es geht

Weblogs sollen unter den Schlagworten "Business Blog" oder "Corporate Blogging" auch für Unternehmer interessant sein. Mehr Kunden, besseres Image, höhere Plätze in Suchmaschinen sind einige Punkte. Dieser Artikel zeigt Ihnen, was hinter den Begriffen steckt. Vielleicht sind auch Sie bald ein "Blogger"?

Inhalt:



 

von Jan Tißler

Was das Besondere an Weblogs ist, lässt sich am Besten an ihrer Entstehungsgeschichte erklären.

Was heißt eigentlich Weblog?

Weblog ist ein aus zwei Begriffen zusammengesetztes Kunstwort. Der vordere Teil "Web" ist ein Synonym für das Internet, der hintere Teil "Log" ist auch im Deutschen z.B. beim Log-Buch bekannt. Und tatsächlich waren die ersten Weblogs ähnlich wie ein Logbuch an Bord eines Schiffes: Es wurde festgehalten, wo der Schreibende war und was er dort gesehen und entdeckt hat.

Diese persönlich gefärbte Sicht auf das Internet wurde bald beliebt. Andere Internetnutzer ließen sich gern auf die Linktipps der Weblogs ein.

Inzwischen sind Weblogs aus diesen Schuhen herausgewachsen. Heute sind sie meist meinungsstarke und aktuelle Internetseiten. Sie setzen nicht einfach Links, sondern kommentieren, analysieren, verreißen, loben...

Was ist das Besondere an Weblogs?

Eine große Besonderheit von Weblogs ergibt sich aus Ihrem Ursprung: Sie setzen Links in Massen. Sie verlinken natürlich die Webseiten, die sie besucht haben. Und: Weblogs verlinken gern andere Weblogs, teilweise sogar automatisch (siehe bei Interesse Trackback und Pingback im Lexikon).

Links sind die große Währung im heutigen Internet (siehe dazu den » entsprechenden Artikel: "Links: Nie waren sie so wertvoll wie heute..."). Suchmaschinen sehen eine Seite, die oft verlinkt wird, als interessanter, wichtiger und beliebter an - womit sie ja auch Recht haben. Da Weblogs so viel untereinander verlinken, bilden sie geradezu ein eigenes Universum, die "Blogosphäre".

Außerdem gibt es Internetseiten, die die Vielfalt der Weblogs ordnen und erfassen. Auch sie verlinken automatisch auf die Beiträge der Weblogs (z.B. Blogstats.de). Kein Wunder also, dass Weblogs besonders schnell und besonders gut von Suchmaschinen gefunden werden. Und damit haben wir das erste Argument, warum sich Unternehmer mit diesem Thema auseinandersetzen sollten.

Ist das alles?

Nein. Ein Weblog zeichnet sich in der Regel dadurch aus, dass es sehr leicht zu bedienen ist. Man hat Eingabefelder für die Überschrift und den Text eines neuen Eintrags, ordnet ihn noch einer selbst definierten Kategorie (Thema) zu und speichert alles ab. Den Rest erledigt die Technik des Weblogs. Sie erstellt aus allen Einträgen selbstständig die chronologisch geordnete Liste, die Übersicht, das Archiv, die Artikelseite selbst usw. usf. Man kann sagen: Es handelt sich um eine einfache Version dessen, was andere Ihnen als "Content Management System (CMS)" zur Pflege Ihrer Seiten verkaufen möchten.

Nächster Pluspunkt: Weil das Weblog-System die Seiten automatisch erstellt, schleichen sich weniger Fehler im Quelltext ein. Die mitgelieferten Designvorlagen der Weblogs entsprechen zudem oftmals sehr exakt den Internetstandards. Überschriften sind dann beispielsweise nicht nur für die menschlichen Besucher, sondern auch für die Suchmaschinen als solche erkennbar. Die Inhalte werden exakter erfasst. Durch die Automatik haben Sie außerdem die Chance, zentrale Begriffe immer an den für Suchmaschinen zentralen Stellen unterzubringen.

Darüber hinaus sind Weblogs von ihrer Natur her hoch kommunikativ. Wie oben erwähnt, verlinken Weblogs gern aufeinander, wenn es etwas Interessantes zu entdecken gibt. Und praktisch immer gehört die Möglichkeit des Kommentierens dazu. Auch das ein Grund, warum von einer Blogosphäre gesprochen wird: Nicht nur die Seiten an sich, auch ihre Macher und Nutzer sind hochgradig miteinander vernetzt. Deshalb sind Weblogs vor allem auch eine Chance, mit Kunden und potenziellen Neukunden wie nie zuvor ins Gespräch zu kommen.

Und zu guter Letzt bieten praktisch alle Weblogs die Möglichkeit, die jeweils neuesten Artikel in einem "Feed" abzurufen. Darunter können Sie sich eine Datei vorstellen, in der man die neeuesten Artikel inklusive Überschrift und Anreißer findet, manchmal auch den kompletten Text. Dieser Inhalt kann auf verschiedenste Weise genutzt werden. Es gibt entsprechende "Reader"-Programme, die Feeds auslesen und auf dem eigenen Computer anzeigen können. Das sieht dann meist einen Mailprogramm recht ähnlich. Vorteil: Auf diese Weise erfahren Sie von neuen Inhalten, ohne die entsprechende Seite danach absuchen zu müssen. Oder Sie lesen diese Datei über einen Dienst im Internet aus wie Bloglines, der Ihnen weitere Services anbietet, wie beispielsweise Hinweise auf verwandte Feeds. Oder Sie nutzen die Datei, um die Inhalte auf der eigenen Seite einzubauen und damit einen einfachen Newsticker zu haben. Sagen Sie dem Inhaber des Feeds in diesem Fall aber auf jeden Fall bescheid.

Weblogs sind also leicht zu bedienen, suchmaschinenfreundlich, geben automatisiert über neue Inhalte bescheid und bieten vielfältige Möglichkeiten der Kommunikation und Interaktion mit dem Nutzer und mit anderen Weblogs.

Gibt es Beispiele für Weblogs?

Natürlich: hunderte, tausende. Man kann ein Weblog als Ausgangspunkt nehmen und sich wiederum jene ansehen, auf die dort verwiesen wird und so fort. Einige Weblogs, die der Autor liest, weil sie Themen dieser Internetseite behandeln:

Weblogs für die Suchmaschinen-Optimierung

Da Weblogs wie schon gezeigt aus mehreren Gründen gut in Suchmaschinen gefunden werden, sind sie auch für die Suchmaschinen-Optimierung ein mögliches Mittel. Das funktioniert natürlich nur, wenn Sie sich über die wichtigen und richtigen Schlüssel- und Suchbegriffe (Keywords) im Klaren sind. Das klingt banal, aber nicht selten schaffen es Firmen, die zentralen Begriffe ihres Metiers nirgends auf ihrer Website zu erwähnen... Weitere Hinweise rund um dieses Thema finden Sie im » Suchmaschinen-Artikel.

Aber tun Sie sich und dem Internet einen Gefallen und missbrauchen Sie ein Weblog nicht für diese Zwecke. So eine Seite hat das Potenzial, neue und andere Zielgruppen auf Ihr Unternehmen aufmerksam zu machen. Und das kann schnell nach hinten losgehen, wenn Sie allzu blauäugig auf einen schnellen, einfachen Erfolg setzen, anstatt das Internet um einen interessanten und lesenswerten Inhalt zu bereichern.

Weblogs fürs Marketing

Niemand wird Ihnen verdenken, wenn Sie von Ihrem Weblog aus auf Ihre eigentliche Internetpräsenz verweisen oder wenn Sie ab und an in passendem Zusammenhang Ihre Produkte und Dienstleistungen benennen. Allzu plumpe (Eigen-)Werbung ist aber höchst unbeliebt und wird nicht goutiert. Was haben Sie von einem Weblog, das niemand liest? Ihre Inhalte müssen interessant, einzigartig, informativ und unterhaltsam sein. Dann werden Sie Nutzer auf die Seite ziehen und sicher neue Kunden gewinnen.

Sie können in Ihrem Weblog Ihr Fachwissen unter Beweis stellen und Proben Ihres Könnens abgeben. Und nicht zuletzt haben Sie die große Chance, Sympathien zu gewinnen.

Zielgruppen

Weblog-Nutzer gelten allgemein als jünger im Vergleich zum Durchschnitts-Internetnutzer. Eine eindeutige Erhebung dazu ist bislang allerdings nicht veröffentlicht worden. Sie haben es aber sicher mit Internet-Intensivnutzern zu tun. Sind Sie im Bereich Computer, Elektronik, Internet oder Spiele tätig, haben Sie hier Ihre direkte Zielgruppe.

Ein Weblog können Sie aber ebenso als aktuellen Bereich Ihrer bereits bestehenden Internetpräsenz behandeln. Auf diese Weise machen Sie Bestandskunden immer wieder auf Ihre Produkte und Dienstleistungen aufmerksam und schaffen einen Grund, auf Ihre Website zu kommen.

Und über die Suchmaschinen erschließen Sie sich weitere Kundenpotenziale. Achten Sie hier bei der Erstellung der Seite und den Artikeln darauf, dass auch der Zufallsnutzer auf alles das aufmerksam wird, was Ihnen wichtig ist. Sie können nicht davon ausgehen, dass ein Neu-User erst Recherchen anstellen will, um hinter das Produktportfolio der Firma zu kommen. Haben Sie zentrale Produkte und Dienstleistungen, spielen diese auch eine entsprechend zentrale Rolle. Noch einmal anders gesagt: Haben Sie zu Thema A das Produkt B in petto, setzen Sie bei jedem Artikel zu Thema A einen Link auf Produkt B.

Inhalte

Wie schon oben erwähnt: Ihr Weblog sollte interessant, einzigartig, informativ und unterhaltsam sein. Das ist ein hoher Maßstab, den Sie sich aber gönnen sollten. Weblogs sind das neue Lieblingsthema und derzeit setzt eine Flut davon ein. Es wird zunehmend schwieriger, aufzufallen und beachtet zu werden. Wer für das Weblog schreibt, sollte also möglichst einen eigenen Stil haben und so kurz, knackig und informativ schreiben können, dass man die Beiträge gern liest und weiterempfiehlt. Haben Sie so einen Mitarbeiter nicht zur Hand, verkneifen Sie sich ein Weblog.

Inhaltlich ist eine Spezialisierung wichtig. Trotz des Weblog-Booms gibt es sicher noch so manche unerschlossene Zielgruppe. Schreiben Sie auf Ihrem Fachgebiet und lassen Sie ruhig ein paar Blicke in die Interna Ihrer Firma zu. Womit beschäftigen Sie sich gerade? Was haben Sie Neues auf Ihrem Gebiet kennen gelernt? Womit haben Sie gute oder schlechte Erfahrungen gemacht?

Ein Weblog sollte lebendig sein. Die Sprache ist dort meist lockerer, aber nicht umgangssprachlich oder gar vulgär. Aber verbreiten Sie kein Gähnen mit gestelztem Behördendeutsch oder dem Verkündungston platter Pressemitteilungen.

Es muss außerdem nicht jeden Tag eine ganze Batterie neuer Beiträge online gestellt werden. Wenn Sie sich regelmäßig ein- bis zweimal die Woche zu Wort melden, ist das in Ordnung. Aber das Weblog sollte gepflegt und beachtet werden. Fürs Vermarkten und Bekanntmachen des Weblogs ist es außerdem unabdingbar, dass der Autor andere, thematisch verwandte Weblogs liest und dort Beiträge kommentiert. Denn nur wer sich aktiv in der Blogwelt betätigt, wird beachtet und geachtet.

Hauptsache, Sie schreiben dann auch wirklich etwas Sinnvolles, was Sie in gutem Licht darstehen lässt. Ansonsten verkneifen Sie es sich bitte, damit der Schuss nicht nach hinten losgeht.

Und schreiben Sie nicht bei anderen ab. Das wird im Internet schneller bemerkt, als Sie sich vielleicht vorstellen können. Wenn Sie zitieren, verweisen Sie auf die jeweilige Quelle.

Mehr über die Praxis eines Business-Blogs erfahren Sie im zweiten Artikel » "Weblogs für Unternehmer: Tipps für einen guten Start".

Weblogs auf fremden Servern

Falls Sie keinen technisch versierten Mitarbeiter haben, der sich im Internet auskennt, sind Weblogs bei entsprechenden Anbietern eine gute Wahl. Es gibt eine Reihe von kostenlosen und kostenpflichtigen Möglichkeiten. 20six.de gehört zu den größten in Deutschland und bietet einen kostenlosen Account und für 2,95 Euro im Monat bereits die "Plus"-Variante mit einer guten Funktionsvielfalt. Bis zu 50 MB an Daten können hinterlegt werden. Allerdings sind Sie auf die vorgefertigten Designs angewiesen und man sieht anhand der Adresse, dass das Weblog bei 20six.de liegt. Beides sind allerdings Nachteile, mit denen man gerade am Anfang gut leben kann. Wenn nicht, lohnt sich der Blick auf die "Pro"-Variante, die beides bietet.

Schauen Sie sich weiter um, ständig kommen neue Anbieter hinzu und die Konditionen wechseln ebenfalls. In der Regel sind die Angebote kostenlos und werden durch eingeblendete Werbung finanziert.

Thoms Gigold pflegt in seinem Blog eine Liste der deutschen Hoster

Eine Übersicht der Funktionen von Weblog-Hostern und Weblog-Software findet sich auf BlogHaus.net

» Anbieter von Weblogs und Informationen rund um Weblogsoftware finden Sie im Webkatalog

Ein Weblog in der eigenen Präsenz, auf dem eigenen Server

Haben Sie eine eigene Internetpräsenz und auf dem Server sind PHP und MySQL möglich, können Sie sich ein eigenes Weblog einrichten (lassen). Das hat den Vorteil, dass Sie hier die größte Funktionsvielfalt haben, die Daten direkter unter Ihrer Verwaltung stehen und Sie das Design vielfältiger anpassen können.

Ein sehr umfangreiches Tool in diesem Bereich ist das kostenlose Wordpress, mit dem ich beispielsweise auch das » IONblog erstelle. Noch nicht so bekannt, aber mit vielen sehr nützlichen Funktionen ausgestattet ist das ebenfalls kostenlose Serendipity.

Der Aufwand, ein Weblog komplett selbst einzurichten, sollte nicht unterschätzt werden und wird Internetlaien schnell überfordern. Sie werden hier fachlich versierte Hilfe benötigen.

Zu guter Letzt: Weblogs "zweckentfremden"

Wenn Sie nach all den Informationen über die Blogosphäre und ihre Bewohner nun meinen, doch lieber die Finger davon zu lassen, gibt es noch eine andere Möglichkeit. Sie können die Weblog-Technologie schlicht für einen aktuellen Bereich auf Ihrer Internetseite einsetzen. Auf Internet optimal nutzen werden beispielsweise die Nachrichten » Internet aktuell mit der bereits erwähnten Weblog-Software Wordpress gemacht. Wenn Sie sich mit der Sortierung der Inhalte nach Chronologie und Kategorie anfreunden können, kann auf diese Weise sogar Ihre komplette Internetpräsenz entstehen. Sie haben damit trotzdem die Vorteile der starken Verlinkung beispielsweise durch Seiten wie Blogstats, müssen sich aber nicht an die Regeln und Gepflogenheiten der alteingesessenen Blogger halten.

Tipps zum Weiterlesen

Don Alphonso, Kai Pahl: "Blogs! Text und Form im Internet"

Autor(en): Don Alphonso, Kai Pahl
Art: Taschenbuch
Preis: - (gebraucht ab: EUR 19,00)
September 2004, Schwarzkopf

Führen wir nicht oder nicht mehr - jetzt gebraucht vorbestellen.

» Mehr über dieses Buch finden Sie hier.

 

Dirk Olbertz: "Das Blog-Buch. Weblogs für Einsteiger & Profis."

Autor(en): Dirk Olbertz
Art: Taschenbuch
Preis: -
April 2004, Markt und Technik

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Linktipps

MEX Blog: "3 gute Gründe für ein Corporate Blog"

Ralph Segert: Anstiftung zum Weblog

» Ratgeber-Artikel "Weblogs für Unternehmer: Tipps für einen guten Start"

Aktuelles zum Thema

Artikel aus dem Weblog von Internet optimal nutzen zum Thema "Weblogs für Unternehmer":

 

Stand des Artikels: August 2005


 

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