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Unbenanntes Dokument
von Jan Tißler
Falls Sie sich mit dem Thema noch nicht so auskennen, lesen Sie doch zunächst einmal den » Einsteigerartikel rund um Weblogs für Unternehmer. Das Wissen daraus wird der Einfachheit halber hier vorausgesetzt.
Die zentralen Probleme bei Unternehmer-Blogs
Weblogs im Unternehmenseinsatz können zu einer neuen Form der Öffentlichkeitsarbeit werden. Nur werden hier nicht Journalisten informiert, die die Neuigkeiten (hoffentlich) an ihre Leser und Nutzer weitergeben. Vielmehr informieren Sie Ihre Kunden und potenzielle Neukunden direkt.
Gleichzeitig darf man nicht vergessen, dass das Thema Weblogs zumindest derzeit noch einen elitären Anstrich hat. Aktivitäten mit kommerziellem Charakter werden vielfach abgelehnt und besonders skeptisch verfolgt. Einzelunternehmer haben es dabei deutlich leichter als Konzerne. Es gibt eine gewisse Angst, dass das vergleichsweise junge Weblog-Phänomen wie so vieles im Internet letztlich mit Werbung überflutet wird.
Ein zentrales Problem für Sie wird also sein, den Spagat zwischen einer werblichen Wirkung des Weblogs und einer Befriedigung der Blogosphäre hinzubekommen. Sie dürfen werben, aber im Gegenzug müssen Sie auch etwas liefern: Interna z.B., interessante Geschichten aus Ihrem Betrieb, Mitwirkungsmöglichkeiten.
Sie werden sehr bald feststellen, dass die Blogger ein diskussionsfreudiges Völkchen sind. Kommunikation und Diskussion ist eines der entscheidenden Elemente dieser speziellen Seiten. Neben der Informationsvermittlung geht es auch immer darum, mit den Lesern ins Gespräch zu kommen und sie zu Diskussionen anzuregen.
Das nächste zentrale Problem ist somit, dass Sie keine Angst vor Diskussionen und Streitgesprächen haben dürfen.
Welches Ziel verfolgen Sie?
Wie im » ersten Weblog-Artikel bereits benannt, können Sie ein Weblog für sehr verschiedene Zielsetzungen nutzen: Aktuell-Bereich, Suchmaschinenoptimierung, Kunden-Akquise, Imageträger.
Wie bei jeder Homepage, gilt auch hier: Je klarer Sie sich über das damit verbundene Ziel sind und je konsequenter Sie dieses Ziel verfolgen, desto größer ist die Erfolgschance. Viel zu viele Internetseiten schwanken zwischen Selbstdarstellung und Kundengewinnung hin und her. Beides sind aber sehr unterschiedliche Aufgaben, die unterschiedliches Vorgehen erfordern.
Ebenso im Weblog. Ohne Ziel werden Sie es schwer haben, die richtigen Themen zu finden, die Mitarbeiter anzuleiten und das Weblog bekannt zu machen. Wenn man über Ihr Weblog sprechen und es empfehlen und verlinken soll, dann muss klar sein, was man darauf erwarten kann. Sind es Insider-Informationen? Tests? Ratschläge? Firmeninterna? Umfragen?
Wer soll bloggen?
Die Blogosphäre wächst enorm und es wird von Tag zu Tag schwerer, sich seinen Markt zu erobern. Aber auch wenn Unternehmens-Weblogs gerade im deutschsprachigen Raum noch etwas Besonderes sind, dürfen Sie sich auf gar keinen Fall darauf verlassen, ganz automatisch allein durch das Einrichten einer solchen Seite bereits Wirkung zu erzielen - jedenfalls keine positive.
Weblog-Leser erwarten interessante und spannende Inhalte. Geht es bei Ihnen langweilig zu, wird man Sie im besten Fall ignorieren, im schlimmsten Fall Hohn und Spott über Sie ausschütten.
Wer soll also bei Ihnen bloggen? Wem trauen Sie zu, regelmäßig und interessant zu schreiben und dabei den oben genannten Spagat zwischen Marketing und echtem Informationswillen hinzubekommen?
Sicher: Sie brauchen keine Edelfedern. Man wird nicht erwarten, bei Ihnen literarische und journalistische Meisterleistungen anzutreffen. Aber bitte verschonen Sie Ihre potenziellen Leser mit dem Verkündungston von Pressemitteilungen. Blogger pflegen eine eher lockere, direkte Sprache. Sie ist einer aufgeschriebenen gesprochene Sprache vergleichbar. Zumindest liest sich das gut und es kommt vielfach gut an. Wer das nicht beherrscht, sollte sich nicht dazu zwingen.
Wieviel Freiheit darf es denn sein?
Haben Sie einen oder besser mehrere Mitarbeiter gefunden, die sich für dieses Thema begeistern können, brauchen sie eine Einweisung. Ihre Angestellten müssen dabei sehr präzise wissen, was sie schreiben dürfen, welche Freiheiten sie haben. Viele Unternehmen haben große Scheu davor, öffentlich über interne Vorgänge zu sprechen. Aber gerade das könnte ein Corporate Blog interessant machen.
Sie entwickeln ein neues Produkt? Warum lassen Sie die Blogger-Gemeinschaft nicht daran teilhaben? Warum gehen Sie nicht sogar noch einen Schritt weiter und lassen Sie an der Entstehung des neuen Produktes mitwirken? Hier kommen wir praktisch automatisch in einen neuen Trend des Marketing: Kunden sehr viel mehr einbeziehen, Multiplikatoren unter ihnen finden und allgemein die wirkungsvolle Mundpropaganda fördern. Kunden, die über Ihr Weblog an der Entwicklung eines neuen Produktes teilhaben können und tatsächlich mitwirken, werden darüber erzählen.
Falls Sie ein Chef sind, der Fehler seiner Mitarbeiter schwer tolerieren kann, sollten Sie die Finger von einem Weblog lassen. Es ist unvermeidlich, in diesem noch weitgehend unerforschten Terrain einen Fehltritt zu machen. Öffentlich aus Fehlern zu lernen, kann Ihr Unternehmen im Idealfall sogar sympathischer erscheinen lassen - wenn Sie es denn richtig anpacken.
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Themenfindung
Überlegen Sie sich unbedingt im Vorfeld, worum es in dem Weblog gehen soll. Entwickeln sie einen Leitfaden, an dem sich die Mitarbeiter bei der Ideenfindung und beim Schreiben später orientieren können.
- Was könnte für Außenstehende interessant sein?
- Woran wollen wir die Öffentlichkeit teilhaben lassen?
- Soll es nur um Produkte gehen oder auch um Menschen?
- Wird das Weblog auch für die interne Kommunikation genutzt oder nur nach außen?
Sammeln Sie Ideen, machen Sie sich Notizen und vor allem: Fangen Sie an! Schreiben Sie die ersten Beiträge noch bevor das Weblog offiziell startet. Vielleicht kann es sogar interessant sein, das Weblog ganz ohne großes Brimborium einfach zu starten und sich den Wegen des Internets zu überlassen. Wie Sie im » ersten Weblog-Artikel vielleicht gelesen haben, werden Weblogs vergleichsweise gut gefunden und von Suchmaschinen gelistet. Es dürfte gerade bei einem speziellen Thema gelingen, auch ohne Marketingmaschine vermehrt Aufmerksamkeit zu erregen. Haben Sie nach einem Monat oder einem Vierteljahr einige Inhalte geschaffen und Erfahrungen gesammelt, gehen Sie mehr in die Offensive.
Übrigens: Wenn Sie ein Weblog nicht verlinken und alle Funktionen abschalten lassen, die Aktualisierungen nach draußen melden, können Sie es in der Anfangszeit komplett geheim halten. Profis arbeiten nicht anders. Neue Zeitungen, Zeitschriften und Sendungen werden immer testweise produziert, um Abläufe und Inhalte zu optimieren, bevor man an die Öffentlichkeit geht.
Mehr Tipps rund um die Themenfindung finden Sie beim PR-Blogger in diesem Artikel.
So machen Sie Ihr Weblog bekannter
Da Weblogs grundsätzlich erst einmal Webseiten wie jede andere auch sind, haben Sie hier natürlich dieselben Möglichkeiten - plus zwei mehr.
Um die Suchmaschinenoptimierung müssen Sie sich wahrscheinlich keine Gedanken machen, da die meisten Weblogs schon von Natur aus entsprechend optimiert sind. Daneben nutzen Sie alle Möglichkeiten, die Sie online wie offline haben, um auf Ihr neues Angebot aufmerksam zu machen. » Tipps und Tricks dazu finden Sie im Ratgeber "So machen Sie Ihre Homepage bekannter".
Auf diese Weise bekommen Sie die Nutzer, die überhaupt nicht wissen, was ein Weblog ist. Denen kann es im Prinzip auch vollkommen egal sein, denn sie finden eine aktuelle und interessante Internetseite rund um Ihr Unternehmen, Ihre Produkte und Dienstleistungen. Ob das technisch nun "Weblog" oder "Hitzliputzli" genannt wird, tut dabei gar nichts zur Sache.
Daneben haben Sie die Möglichkeiten der Blogosphäre. Denn Blogs haben normalen Internetseiten zwei Dinge voraus:
- 1. Sie melden automatisch, sobald sie aktualisiert wurden.
- 2. Sie bieten mehrere Möglichkeiten der Kommentierung und der gegenseitigen Verknüpfung.
Punkt 1 nutzen spezielle Seiten wie Technorati und Blogg.de oder auch Blogstats, um Weblogs zu durchsuchen, viel diskutierte Themen und oft verlinkte Beiträge aufzulisten oder einfach nur die neuesten Einträge zu zeigen. Das Beste: Um hier zu erscheinen, brauchen Sie in der Regel nichts zu tun. Weblogsoftware wie Wordpress beispielsweise meldet bereits standardmäßig jede Aktualisierung an einen zentralen Dienst. Sie können sich mit Ihrem Weblog noch bei einer Seite wie der Blog-Suchmaschine Technorati eigens anmelden, unbedingt notwendig ist das aber nicht.
Punkt 2 ist der zentrale Dreh- und Angelpunkt, um andere Blogger auf sich aufmerksam zu machen. Denn Blogger finden Blogs in anderen Blogs. Bedenken Sie: Sie haben es hier mit einem eigenen Bereich innerhalb des Internets zu tun. Die beste Möglichkeit, auf sich aufmerksam zu machen, ist also noch immer: Beteiligen Sie sich an Diskussionen oder kommentieren Sie Artikel aus Ihrem eigenen Fachgebiet.
Praktisch immer haben Sie die Möglichkeit, bei einem Kommentar auch die Adresse Ihres eigenen Weblogs anzugeben. Oder Sie kommentieren einen Beitrag gleich mit einem eigenen Beitrag auf Ihrer Seite. Dann können Sie mit den beiden Techniken Trackback und Pingback dafür sorgen, dass das andere Weblog davon erfährt. Nahezu automatisch wird dann ein Link zu Ihrem Artikel gesetzt. Manche Weblog-Software führt den Pingback automatisch durch, was im Klartext heißt: Allein dadurch, dass Sie den Beitrag des anderen Weblogs in Ihrem verlinken, bekommt das andere Weblog darüber bescheid und setzt selbst einen Link zurück - sofern dessen Besitzer dem nicht widerspricht...
Lassen Sie sich aber nicht zum Missbrauchen dieser Funktion (Spam) verleiten. Damit werden Sie schneller als Sie gucken können zur persona non grata für die anderen. Das kann dem Ruf Ihrer Firma sehr schaden. Kommentieren Sie also nur, wenn Sie wirklich etwas zu sagen haben und nicht, weil Sie vor allem den Link auf Ihr Weblog haben wollen. Solche Versuche wurden und werden hundertfach unternommen und gehen den Bloggern sehr auf die Nerven.
Weitere Tipps und Hinweise, um das eigene Weblog bekannt zu machen, finden Sie in diesem Artikel des MEX-Blog.
Fazit
Weblogs sind im Prinzip erst einmal Internetseiten, die auch für Laien vergleichsweise leicht zu aktualisieren sind, die ihre Inhalte nach Kategorien und chronologisch ordnen, die automatisiert über Aktualisierungen informieren können und viele Möglichkeiten der Interaktion mit dem Nutzer und anderen Weblogs bieten.
Stolpern Sie auf jeden Fall nicht unvorbereitet in diesen eigenen Kosmos innerhalb des Internets. Sie haben es hier mit sehr kommunikativen und höchst kritischen Internetnutzern zu tun und Ihr Ruf kann extrem schnell kaputt sein.
Missbrauchen Sie die Weblog-Technologie nicht, sondern geben Sie dem Internet und seinen Nutzern etwas: Tipps, Ratschläge, die Möglichkeit der Mitwirkung oder ähnliches. Dann wird man auch ein kommerzielles Weblog eher akzeptieren. Tritt die Werbung zu sehr in den Vordergrund, wird man Sie bestenfalls mit Nichtachtung strafen.
Setzen Sie sich ein klares Ziel. Definieren Sie gegenüber Ihren Mitarbeitern möglichst klar, worum es gehen soll und was erlaubt ist. Geben Sie den Mitarbeitern dann aber auch die Freiheit, Fehler zu machen und haben Sie keine Angst vor Diskussionen mit den Nutzern.
Seien Sie so ehrlich wie möglich. Welche Grenzen der Glaubwürdigkeit es dabei gibt, können Sie beispielsweise in diesem Artikel des MEX-Blog nachlesen.
Linktipps
Frosta-Blog: Tiefkühlspezi Frosta lässt seine Mitarbeiter bloggen
Der Shopblogger: Ein Spar-Markt-Inhaber bloggt über seinen Alltag
» IONblog: Rubrik "Weblogs für Unternehmer"
Aktuelles zum Thema
Artikel aus dem Weblog von Internet optimal nutzen zum Thema "Weblogs für Unternehmer":
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