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von Jan Tißler
Eine Sache, die Ihnen wohl jeder Webdesigner und jede Agentur erzählen
wird, ist auf jeden Fall wahr: Suchmaschinen
sind ein Garant für den Erfolg Ihrer Website. Wohl gemerkt: ein Garant unter vielen.
Es gibt sogar Websites, denen ihre Position in den Suchmaschinen egal
sein kann. Das gilt zum Beispiel, wenn...
- ...das Unternehmen seine Kunden in engen territorialen Grenzen
findet
- ...die Internetseite durch die sonstigen Werbemaßnahmen bei der
Zielgruppe schon bekannt genug ist
- ...die Seite ohnehin nur zur Information und nicht zum direkten
Generieren von Umsätzen dient
Sollten Sie sich in diesen Punkten wiederfinden, können Sie sich beim
Lesen dieses Artikels bequem zurücklehnen.
Für alle anderen wird es nun aber spannend.
Gleich zu Anfang soll mit zwei Märchen aufgeräumt werden:
- 1. Wichtig ist es, die Website bei hunderten von Suchmaschinen
gleichzeitig einzutragen.
- 2. Das alles entscheidende Kriterium sind die "Meta-Tags".
Das Ende von Märchen Nr. 1
Es klingt schon toll, wenn man Sie in hunderte von Suchmaschinen einträgt.
Dafür gibt es sogar spezielle Software und
mancher bietet Ihnen das auch als Dienstleistung
an.
Schauen Sie da genau hin.
Fakt ist: Der Markt der Suchmaschinen wird von vier, fünf großen
Seiten beherrscht, mit denen Sie sofort über 90% der deutschen
Internetnutzer erreichen. Oftmals ist es eine
einzelne Suchmaschine, die so bekannt ist,
dass Sie allein mit einem (gut positionierten)
Eintrag dort schon zwei Drittel der Nutzer erreichen.
Aktuell ist dies Google.
Wenn es für Ihre Website wichtig ist, gut auffindbar zu sein,
müssen
Sie in diesen wichtigsten Suchmaschinen vertreten
sein. Und Sie müssen in diesen Suchmaschinen
zu den entscheidenden Stichworten (Keywords) unter den
Top 20 sein.
Einträge in andere Suchmaschinen und in Linklisten kann die Bekanntheit
Ihrer Seite weiter erhöhen. Es kann außerdem
dazu beitragen, dass Ihre Seite von Google
als wichtiger eingestuft wird. Das gilt aber
auch nur dann, wenn sich die Linklisten auf
relevanten Seiten befinden. Mehr zum Thema » Links, Linkpopularität, Linktausch übrigens in diesem Artikel.
Insofern sind Eintragsdienste ein Service, den man in Anspruch
nehmen kann, aber auch nicht muss.
Skeptisch bis übervorsichtig sollten Sie bei kostenlosen Eintragsdiensten
sein. Die Gefahr ist nicht von der Hand zu
weisen, dass die von Ihnen eingegebenen Daten
zu Werbezwecken missbraucht werden.
Einen Blick wert ist passende Software wie Promoware oder Hello Engines.
Sie bieten über die Eintragsmöglichkeit hinaus
auch die Möglichkeit, gezielt Erfolgskontrolle
zu betreiben.
Alles das nimmt Ihnen aber nicht ab, Ihre Seite für Suchmaschinen
zu optimieren. Denn was nützt es Ihnen, wenn Sie überall eingetragen
sind aber unter "ferner liefen" rangieren?
Was nicht in den Top 20 erscheint, ist irrelevant.
Das Ende von Märchen Nr. 2
Gern wird als Allheilmittel gegen Suchmaschinenstress die "Optimierung
der Meta-Tags" empfohlen. Tatsächlich ist diese
Medizin bereits seit vielen Jahren unwirksam.
Was verbirgt sich dahinter? Man kann in einer Internetseite wie dieser
hier Informationen über die Seite speichern,
die der Nutzer normalerweise nicht zu sehen
bekommt. Solche Meta-Informationen können dann
mitteilen, in welcher Sprache die Seite verfasst
ist oder wer ihr Autor ist. Und es gibt Möglichkeiten,
die wesentlichen Inhalte als Schlagworte wiederzugeben.
Das sind dann die Meta-Tags.
Vor einigen Jahren nutzten Suchmaschinen tatsächlich diese Meta-Tags,
um die Inhalte der gefundenen Seite zu bewerten.
Das führte dazu, dass alle darum kämpften,
die interessantesten Meta-Tags zu haben, aber
nicht darum, die interessantesten Seiten zu
haben.
Also dachten sich die Suchmaschinen andere Dinge aus, die sie bewerteten.
Wer Ihnen etwas anderes erzählen will, hat entweder keine Ahnung oder
will Sie übertölpeln. Worauf es wirklich ankommt
Nach dem Desaster mit den Meta-Tags verlegten sich die Suchmaschinen
mehr und mehr darauf, den tatsächlichen Inhalt
der gefundenen Seite auszuwerten.
Besonders hoch bewertet werden dabei:
- die Seitentitel, die oben im Browserfenster zu sehen sind
- Überschriften und andere hervorgehobene Texte
- Texte oben auf der Seite
- Namen der Verzeichnisse und Dateien
- Inhalte der Links, die auf diese Seite zeigen
Google beispielsweise sortiert seine Hitliste auch noch danach, wie
oft von anderen relevanten Seiten auf die gefundene
verwiesen wird.
Wie man das in der Praxis umsetzt
Als erstes müssen Sie für sich herausfinden, mit
welchen Begriffen man wohl nach Ihnen, Ihren
Produkten oder Dienstleistungen suchen würde. Machen
Sie sich eine Liste von fünf bis zehn Begriffen.
Wichtig: Nicht
alle Kunden sind Fachleute und benennen die
Dinge so wie Sie. Otto Normalverbraucher
sagt beispielsweise "Abschleppdienst",
vornehmer heißt das "Pannenhilfe". Vornehm aber
geht die Welt zugrunde und Sie wollen erfolgreich
sein. Befragen Sie im Zweifel Kunden oder Freunde und Bekannte. Lassen Sie sich fünf Begriffe und Begriffskombinationen aus zwei bis drei Wörtern benennen.
Inwiefern nach diesen Keywords tatsächlich gesucht wird, können Sie online überprüfen, beispielsweise bei den Werbeanbietern Overture und Miva:
Darüber hinaus gibt es Dienstleister, die sich auf dieses Thema spezialisiert haben wie beispielsweise Wordtracker. Leider gibt es nur eine englische Version dieses ansonsten sehr hilfreichen Tools. Sie können ein Keyword eingeben, bekommen daraufhin eine Liste mit Suchbegriffs-Kombinationen und können die langsam wachsende Liste am Schluss beurteilen lassen. Ein Faktor gibt an, wie gut die gefundenen Keywords sind. Hier können Sie Wordtracker kostenlos und unverbindlich testen.
Haben Sie die Begriffe, die Ihnen wichtig sind, müssen diese
an den entscheidenden Stellen auftauchen, die
oben genannt wurden.
Und das geht so:
Seitentitel:
Damit ist das gemeint, was im Kopf
des Browserfensters erscheint und was man auch
sieht, wenn man die Seite als Favorit (auch Lesezeichen
oder Bookmark genannt) speichern will.
Sie glauben nicht, von wie vielen Seitenbetreibern schon dieser Punkt
missachtet wird. Programme, mit denen die Seiten
erstellt werden, vergeben oftmals einen Standardtitel.
Bei Adobe Golive ist das z.B. "Willkommen bei
Adobe Golive", bei Microsoft Frontpage heißt
es "Neue Seite" oder bei Macromedia Dreamweaver
"Unbenanntes Dokument".
Suchen Sie einmal bei Google nach diesen
Begriffen und Sie werden erstaunt sein:
Mit solchen Seitentiteln braucht man sich über mangelnden Erfolg
nicht zu wundern.
Machen Sie es besser: Finden Sie einen Titel, der aussagekräftig
ist und in dem die wichtigsten Ihrer Suchbegriffe
vorkommen.
Machen Sie es noch besser: Geben Sie jetzt nicht allen Seiten diesen
Titel, sondern schauen Sie genau, worum es auf
dieser speziellen Seite Ihres Angebots geht. Denn
Suchmaschinen achten inzwischen darauf, wie gut
die einzelnen Elemente der Seite zueinanderpassen.
Wenn Sie die Seiten nicht selbst verändern können, bestehen Sie gegenüber
Ihrem Dienstleister darauf, dass das umgesetzt
wird. Überschriften:
Suchmaschinen denken sich: Was in Überschriften steht, ist wichtig.
Und damit haben Sie ja auch Recht. Deshalb
wird deren Inhalt höher bewertet
als beispielsweise der Text.
Allerdings muss die Suchmaschine auch erkennen, dass es eine Überschrift
ist.
Und hier unternehmen wir einmal einen kurzen Ausflug in den Quelltext
hinter einer Internetseite.
Machen Sie einmal folgendes in einem anderen Browserfenster:
- Rufen Sie Ihr Internetangebot auf und wählen
Sie eine Seite, auf der eine Überschrift
steht, die Ihnen wichtig ist. Merken Sie
sich ein Stichwort aus dieser Überschrift.
- Wählen Sie nun aus dem Menü "Ansicht" den
Punkt "Quelltext"
- Drücken Sie STRG+F und suchen Sie
nach diesem Stichwort
- Haben Sie die Überschrift gefunden?
Dann schauen Sie, ob direkt vor dieser Überschrift
etwas steht wie "<h1>" oder "<h2>"
oder "<h3>" ...
Ist das der Fall, ist alles in Ordnung. Ist das nicht der Fall, sollten
Sie sich mit Ihrem Dienstleister in Verbindung
setzen. Erklären
Sie ihm, dass Sie wissen, dass nur solche Überschriften von den
Suchmaschinen erkannt werden und dass Ihnen
das wichtig ist. Achja: Und lassen Sie sich
nicht erzählen, das ginge wegen des Layouts
nicht. Das ist eine faule Ausrede.
Danach sollten Sie darangehen, die Überschriften ebenso wie die
Seitentitel zu optimieren. Achten Sie also darauf, dass Ihre wichtigsten
Suchbegriffe darin auftauchen. Aber bitte nicht übertreiben. Es soll erstens noch für Ihre menschlichen Nutzer lesbar bleiben und zweitens nicht den Verdacht der Manipulation bei Suchmaschinen erwecken. Verlegen Sie sich außerdem lieber darauf, für jedes Ihrer wichtigen Suchwörter eine eigene Seite anzulegen.
Texte:
Auch die Texte auf den Seiten werden ausgewertet, wobei alles das
als wichtiger gilt, was weiter oben steht. Darüber hinaus scheinen die Suchmaschinen bisweilen außerdem den Text am Ende der Seite noch einmal genauer anzusehen, da hier oft weiterführende Hinweise oder eine Zusammenfassung stehen.
Achten Sie also darauf, dass Ihre wichtigen Begriffe möglichst am
Anfang und zusätzlich am Ende der Seite vorkommen.
Namen der Verzeichnisse und Dateien:
Suchmaschinen gehen außerdem davon aus, dass Dinge, die Ihnen wichtig
sind, auch in den Verzeichnis- und Dateinamen
und in Ihrer Internetadresse vorkommen.
Sowas ist also recht nutzlos:
www.zm-online.de/data/page2345.htm
Sowas ist schon viel besser:
www.zimmerei-mustermann.de/holztreppen/angebote.htm
Einwurf: "Keyword-Dichte"
Übertreiben Sie es bitte nicht mit der Optimierung. Allgemein sollten die Keywords nicht mehr als 2 bis 5% vom Gesamttext ausmachen. Einen guten Test zum Thema finden Sie auf der Seite ranks.nl
Inhalte der Links, die auf diese Seite zeigen:
Während eine Suchmaschine Ihre Seite abgrast, merkt Sie sich auch,
wie Sie bestimmte Seiten findet. Wenn Sie auf
Ihre Holztreppen-Angebote hinweisen, schreiben
Sie nicht einfach "mehr" oder "Hier klicken"
sondern beispielsweise "Hier mehr über unsere
Holztreppen-Angebote". Das gilt darüber hinaus ganz besonders für Links von außen auf Ihre Seite! Es gibt Seiten, die bei bestimmten Begriffen gefunden werden, obwohl diese dort gar nicht vorkommen, weil sie massenhaft mit diesem Begriff verlinkt wurden. Die Überlegung der Suchmaschinen-Macher ist ja auch logisch: Wer einen Link setzt, verlinkt meist einen passenden Begriff oder eine treffende Beschreibung.
Spezialfall Google
Die Suchmaschine Google schaut außerdem noch, von wie vielen relevanten
Seiten aus auf diese Seite verwiesen wird.
Das ist auch ganz logisch: Worauf andere verweisen,
muss gut sein.
Sie sollten sich also aktiv darum bemühen, auch von anderen Seiten
verlinkt zu werden, die zu Ihrem Thema passen.
Das ist ganz nebenbei eine hervorragende kostenlose
Werbung.
Inzwischen scheinen immer mehr Suchmaschinen diesen Punkt ebenfalls stark zu berücksichtigen. Es lohnt sich also, zusäzlich den Artikel über » Links, Linkpopularität und Linktausch zu lesen.
Regelmäßige Erfolgskontrolle
Da Ihre Konkurrenz nicht schläft und sich alle um die besten Positionen
in den Suchmaschinen balgen, können Sie sich nach einer erfolgreichen
Optimierung leider nicht einfach zur Ruhe legen.
Beispielsweise im Monatsabstand sollte kontrolliert
werden, wo Sie inzwischen stehen. Sind Sie
abgerutscht, schauen Sie sich die Treffer vor
Ihnen nach den hier genannten Kriterien an
und versuchen Sie, besser zu sein.
Eine Hilfe bei der Erfolgskontrolle bieten solche Seite wie diese
hier:
Link-Vendor: Position in Suchergebnissen bei Google, Yahoo und MSN prüfen
Ranking-Check: Positionen und weitere Eckdaten in diversen Suchmaschinen
Illegale Methoden
Vielleicht werden Sie feststellen, dass Sie gegen die Konkurrenz nicht
ankommen. Gerade bei heiß begehrten Suchbegriffen
wird oft mit harten Bandagen gekämpft. Dazu
gehören dann auch "illegale" Methoden, um die
Ergebnisse der Suchmaschinen zu manipulieren. Da werden dann spezielle
Seiten gebaut, die nur die Suchmaschinen sehen,
aber nie ein Nutzer. Oder es werden unzählige Internetadressen mit
demselben Inhalt angemeldet, die auch noch
gegenseitig aufeinander verweisen. Siehe dazu auch diesen Artikel über Suchmaschinentricks oder die Seite Suchmaschinen Spam Report.
Solches Verhalten wird von den Suchmaschinen natürlich nicht
toleriert und kann zum Ausschluss aus der Suchergebnisliste
führen. Die Profi-Manipulierer kann das aber
nicht schrecken.
Die richten vielfach sogar "Wegwerf-Domains" ein, die fallengelassen werden, sobald Google den Trick durchschaut. Für Sie als Selbstständiger oder Unternehmer sollte das allerdings nicht gelten.
Weitere Informationen
Aufwändiger, aber aussagekräftiger Test: Das findet eine Suchmaschine auf Ihrer Seite
Keyword-Dichte, differenziert auch nach Fundstellen, Keyword-Phrasen-Dichte, Auflösung der Seite so, wie Sie eine Suchmaschine auswerten würde.
Welche Links zeigen auf Ihre Seite? Backlink-Check.
Webmaster Tutorials
Aktuelle Informationen auch im Weblog von Internet optimal nutzen: » Tipps & Tricks zu Suchmaschinen
Buchtipps
| Michael Glöggler: "Suchmaschinen im Internet"
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Autor(en): Michael Glöggler
Art: Gebundene Ausgabe
Preis: -
Mai 2003, Springer, Berlin
Führen wir nicht oder nicht mehr - jetzt gebraucht vorbestellen.
» Mehr über dieses Buch finden Sie hier.
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Aktuelles zum Thema
Artikel aus dem Weblog von Internet optimal nutzen zum Thema "Tipps und Tricks zu Suchmaschinen":
Partnerseite
Suchmaschinenoptimierung
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