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von Nico Zorn, Pyromedia GmbH
Was ist RSS?
Die Abkürzung steht für "Really
Simple Syndication" oder "Rich Site Summary". RSS ist ein Format, um Informationen standardisiert zu verbreiten. Dazu wird auf der betreffenden Website eine Datei mit diesen Informationen abgelegt, der so genannte "RSS-Feed". Das Format wird überwiegend
verwendet, um Nutzer über neue Inhalte auf Websites zu informieren und wird
häufig im Zusammenhang mit Weblogs genannt, da Weblog-Systeme standardmäßig
einen RSS-Feed erzeugen können. » Mehr zum Thema Unternehmens-Weblog in diesem Artikel auf Internet optimal nutzen.
Für den Empfang eines RSS-Feeds muss der Nutzer
lediglich die Adresse der Datei in sein Leseprogramm (Feedreader) kopieren.
Das Programm informiert anschließend zeitnah über neue Inhalte und stellt die
entsprechenden Schlagzeilen und Kurztexte inklusive Links zu den Artikeln im
Feedreader dar. Alternativ gibt es internetbasierte Dienste wie Bloglines oder den Google Reader. Viele Internetbrowser wie Mozillas Firefox erkennen, wenn ein RSS-Feed zur Verfügung steht und können den Inhalt beispielsweise als "dynamisches Lesezeichen" anzeigen. Der Internet Explorer 7 wird ebenfalls RSS erkennen und anzeigen, was diesen Service der breiten Masse von Internetnutzern bekannt machen wird.
Vorteile von RSS gegenüber E-Mails
Das Verfahren scheint Werbemüll ( Spam) und Betrugsversuche ( Phishing) unmöglich zu machen: Die
Software holt sich lediglich die Texte ab, die auf dem Server des Versenders zur
Verfügung gestellt werden - aber nur so lange, wie der Nutzer diesen RSS-Feed
auch lesen möchte, denn mit einem Mausklick kann das Abo wieder gekündigt
werden. Im Gegensatz zu E-Mail hat der Nutzer also jederzeit die volle Kontrolle
über die Nachrichten, die er erhält - ideal für das Permission Marketing, das "Marketing mit Erlaubnis".
Das Protokoll
rückt zunehmend in das Blickfeld der Online-Marketing-Branche: Das unabsichtliche Filtern von erwünschten Nachrichten
(False Positive) findet im spamfreien RSS-Kanal nicht statt.
Nachteile von RSS
Wer jetzt allerdings überstürzt seinen E-Mail-Newsletter einstellt und
ausschließlich auf RSS setzt, dürfte einen großen Teil seiner Leser verlieren,
denn von der breiten Öffentlichkeit ist das Format noch längst nicht adaptiert:
Während sich E-Mail als Massenkommunikationsmedium etabliert hat, können laut
einer Mitte 2005 durchgeführten Untersuchung des PEW Internet & American Life
Projects gerade einmal neun Prozent der Amerikaner etwas mit dem Begriff RSS
anfangen. Wohlgemerkt: Gefragt wurde in der Studie lediglich nach dem Begriff,
mit der Verbreitung von RSS-Readern dürfte es im Moment noch düsterer aussehen.
Fraglich ist auch, ob RSS langfristig tatsächlich von Spam verschont bleiben
wird, denn sobald Inhalte wie Suchergebnisse, Weblog-Kommentare oder
Forenbeiträge mittels RSS abonniert werden, kann Spam wieder zum Problem werden.
So wird es wohl nur eine Frage der Zeit sein, bis Spam- und Werbeblocker auch in
RSS-Readern zum Einsatz kommen.
Spannend ist sicherlich auch die Frage, wie viele RSS-Feeds ein
durchschnittlicher Nutzer verarbeiten kann und möchte, zumal RSS-Feeds in der
Regel mehrmals täglich aktualisiert werden. Die Gefahr, dass Nachrichten in der
Informationsflut untergehen, scheint fast noch größer zu sein als im E-Mail
Marketing, zumal die meisten RSS-Reader lediglich die Nachrichten der letzten
Tage darstellen und ältere Beiträge nicht gespeichert werden.
Anwendungen für RSS in der Marketing-Praxis
Nichtsdestotrotz: RSS birgt zweifellos ein enormes Potenzial für das
Online-Marketing und stellt eine interessante Ergänzung zum E-Mail Marketing
dar. Wie immer bei dem Einsatz von neuen Marketing-Instrumenten gilt es
herauszufinden, wie das neue Instrument die bisherigen Maßnahmen unterstützen
und ergänzen kann.
Eine Möglichkeit: Bieten Sie einen RSS-Feed für Ihren Newsletter an und
informieren Sie die Leser auf diesem Weg über neue Newsletter-Ausgaben. Auf
diesem Weg erreichen Sie auch die Nutzer, die ihre E-Mailadresse aus Angst vor
Spam nicht angeben wollen. Veröffentlichen Sie ein Weblog? Dann können Sie die
interessantesten Beiträge des Blogs als Newsletter verschicken und die Inhalte
auf diesem Weg auch den Nutzern nahe bringen, die keinen RSS-Reader installiert
haben.
Die Generierung von Kontaktdaten potenzieller Kunden sollte man dabei als
zentrales Ziel der Online-Marketing Maßnahmen aber nie aus den Augen verlieren.
Ein Datensatz mit Name, E-Mailadresse und gegebenenfalls weiteren Daten, wie
Geschlecht oder Geburtsdatum, ist natürlich ungleich wertvoller als ein anonymer
RSS-Abonnement und ermöglicht eine wesentlich direktere und individuellere
Ansprache – unabhängig davon, ob der Interessent letztendlich mittels E-Mail
oder via RSS angesprochen wird.
E-Mail oder RSS? Überlassen Sie die Entscheidung einfach Ihren Kunden - Permission Marketing at its best!
Über den Autor
Nico Zorn ist für das Online-Marketing der Pyromedia GmbH verantwortlich.
Die Pyromedia GmbH ist Hersteller von Softwarelösungen in den Bereichen
Email Marketing und Content Management.
Buchtipps
| Torsten Schwarz: "Leitfaden eMail-Marketing und Newsletter-Gestaltung"
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Autor(en): Torsten Schwarz
Art: Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 20,00 (gebraucht ab: EUR 15,95)
Dezember 2005, Marketing Börse / Absolit
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