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von Jan Tißler
Wäre das nicht märchenhaft: Ohne Ihr Zutun verdient Ihre Internetseite
für Sie Geld. Sie müssen nur auf der Couch liegen und
gut überlegen, was Sie sich als nächstes anschaffen
möchten.
In solche Träume könnte man verfallen, wenn man sich einmal einige
Partnerprogramme und die Werbung dafür ansieht.
Die Wirklichkeit sieht deutlich anders aus.
Reich werden kann nicht das Ziel sein. Einige
Euro nebenbei einzunehmen, ist da schon realistischer.
Was sind Partnerprogramme?
Der Anbieter eines Partnerprogramms will vor allem Werbung für sich
machen. Für ihn wäre es aber viel zu aufwändig,
alle Internetseiten herauszusuchen, die zu
seinen Produkten passen könnten und mit jeder
Seite einzeln die Werbepreise auszuhandeln
und abzurechnen. Man denke nur an die Heerschar
von Mitarbeitern, die die Mails an die Seiteninhaber
verschicken und beantworten müsste.
Deshalb macht man es genau umgekehrt und lockt die Betreiber der Internetseiten
an. Das Versprechen: Wenn Du erfolgreich Werbung
für mich machst, bekommst Du was von den Einnahmen
ab, die ich durch Dich erziele.
So wird ausgezahlt
Im Wesentlichen gibt es vier Dinge, für die man als Partner bezahlt
wird:
- pay-per-sale: Bezahlung für jeden Kauf, den man vermittelt hat.
- pay-per-lead: Bezahlung für jede Aktion, die man vermittelt
hat. Das kann beispielsweise die Bestellung
eines Newsletters sein oder die Anmeldung
eines Neukunden.
- pay-per-click: Jeder Klick auf eines der Werbemittel wird vergütet.
Eher selten und dann gern auch an bestimmte
Umsätze gekoppelt, die diese Klicks erzeugen
müssen. Es reicht also nicht, die
Banner immer wieder anzulicken, um reich
zu werden...
- pay-per-view: Jedes Zeigen eines Werbemittels wird vergütet.
So läuft es im Profibereich, bei kleinen
Seiten unüblich.
Wie kommt man in so ein Partnerprogramm?
Der Einstieg ist im Prinzip immer derselbe:
Als erstes müssen Sie sich bei dem Anbieter
anmelden. Der besteht meist darauf, sich Ihre
Seite einmal anzusehen. Ob er das dann tatsächlich
tut, sei dahingestellt.
Wenn Sie angemeldet sind, wird Ihnen sehr genau erklärt, wie Sie die
Werbung platzieren. Es gibt da verschiedene
Varianten:
- Sie können einen Link an passender Stelle auf die Internetseite
des Partners setzen
- Sie können gezielt auf bestimmte Produkte des Partners verweisen.
- Sie können Werbegrafiken in Ihre Seiten einbauen
und ebenfalls mit der Seite des Partners
verlinken
- Oder aber der Partner bietet Ihnen dynamische Inhalte an, die
durch ihn bei Bedarf aktualisiert werden.
Wie sieht das in der Praxis aus?
Zwei Beispiele
1. amazon
Eines der bekanntesten Partnerprogramme betreibt das Online-Kaufhaus amazon.de.
Man mag gar nicht schätzen, auf wie vielen Seiten auf Buchangebote
dieses Shops verwiesen wird. Inzwischen hat man auch anderes im Programm,
z.B. Computer- und Fotozubehör, Spiele usw.
Man bekommt zunächst einen Namen zugewiesen, den man als Erkennungszeichen
in die Links auf amazon.de einsetzen
muss. Wie das geht, wird auf der entsprechenden Seite bei amazon ausführlich
erklärt. Dort findet sich beispielsweise auch eine Seite, auf
der man Links zu beliebigen Seiten von amazon erstellen kann.
Zudem hat man die Möglichkeit, sich bei den Cover-Abbildungen
zu bedienen und sich so seinen eigenen kleinen Shop zu basteln. Wie
das aussehen kann, sieht man auf diesen Seiten im Bereich » Schwarz
auf Weiß. Wer einen Programmierer zur Hand hat, kann sogar
die reinen Daten aus amazon herausholen und in das eigene Design bringen
lassen. Für private Homepages oder die Website eines kleinen Unternehmens
wäre das aber deutlich zu viel Aufwand.
Dynamische Inhalte bietet amazon ebenfalls an. So kann man Werbegrafiken
nach einem bestimmten Stichwort erzeugen lassen. Auch das ist genau
bei amazon erklärt. Man muss aber Kenntnisse in HTML besitzen,
um diese Grafiken korrekt einzubauen. Bilder und andere Links lassen
sich auch über Programme wie GoLive, Dreamweaver oder Frontpage
leicht in der Seite ergänzen.
2. Zanox Affiliate
Zanox ist
ein Vermittler von Partnerprogrammen. Wenn
Sie sich hier anmelden, haben Sie zentralen
Zugriff auf eine ganze Reihe solcher Angebote.
Diese sind nach Themen sortiert und die jeweils
angebotenen Werbemittel lassen sich ebenfalls
im Voraus anschauen. Das ist ganz wichtig,
denn nicht alles passt ins eigene Seitenkonzept.
Haben Sie ein passendes Programm gefunden, können Sie sich die Bedingungen
ansehen und erfahren sofort, ob Sie
die grundsätzlichen Bedingungen erfüllen. Manche
Partner erwarten beispielswiese gewisse Mindestzugriffszahlen.
Zudem müssen Sie sich von bestimmten umstrittenen
Werbeformen und Inhalten distanzieren. Für
einen Unternehmer, der eine seriöse Internetseite
betreibt, stellt das aber keine große Hürde
dar.
Mit einem Klick bewerben Sie sich um das Programm und erhalten dann
nach wenigen Stunden oder Tagen (je nach Anbieter)
oder sogar sofort die Freigabe.
Dann haben Sie Zugriff auf die Codes, die Sie in die Seite integrieren
müssen. Es sollte schon ein gewisses Grundverständnis
an HTML da sein, denn Sie werden diese Werbemittel
direkt in den Quellcode einbauen müssen. Wie
oben zu amazon bereits erwähnt: Programme wie
GoLive, Dreamweaver oder Frontpage können da
weiterhelfen. Ein absoluter Laie wird allerdings
überfordert sein.
Weitere Anbieter sind Affili.net und AdButler , der einem gleich zum Start sogar ein Guthaben von fünf Euro einräumt.
Die beiden Beispiele im Vergleich
amazon bietet Ihnen nur das Konzept "pay-per-sale": Wenn ein von Ihnen
vermittelter Kunde etwas kauft, werden Sie
dafür prozentual belohnt. Die Prozente erhöhen
sich, wenn er direkt von Ihnen auf ein bestimmtes
Produkt gelenkt wird und dieses sofort kauft.
Nur ein geringer Teil der Nutzer wird sich allerdings sofort entscheiden.
Die Wahrscheinlichkeit können Sie nur dann
erhöhen, wenn das Produkt tatsächlich zu Ihren
Nutzern passt und es so ausführlich besprochen
wird, dass sie sich zu einem Kauf verführen
lassen. In der Regel entscheiden sich Kunden aber nicht sofort. Geht er dann ein paar Tage später direkt zu amazon und kauft, bekommen Sie keine Provision.
Bei Zanox sind die Möglichkeiten vielfältiger, weil die verschiedenen
Partner verschiedene Modelle anbieten, oft
sogar mehrere gleichzeitig. Zudem verspricht
man, dass auch Käufe und Aktionen zählen, die
der von Ihnen vermittelte Kunde bis zu 30 Tage
später macht. Das ist ein sehr fairer Ansatz und gilt übrigens ebenso für Affili.net und AdButler . Teilweise gibt es sogar noch längere Zeitspannen.
Letztlich sind amazon und Zanox aber so unterschiedlich, dass man
sich nicht zwischen beiden entscheiden muss. Lohnt sich das nun?
Sie sollten nicht erwarten, auf diese Weise reich zu werden. Nur ein
geringer Teil der Nutzer auf Ihren Seiten wird überhaupt auf einen
solchen Link oder eine solche Werbegrafik klicken. Und auch von den
wenigen werden wiederum nur einige wirklich etwas bestellen.
Um Ihnen gleich alle Illusionen zu nehmen: Man rechnet in Profikreisen
damit, dass von 1000 Benutzer jeweils einer
auf ein Werbebanner klickt. Und von denen,
die klicken, wird wiederum nur jeder tausendste
tatsächlich
Geld ausgeben. Zudem müssen Sie bedenken, dass Sie in der Regel
für bekannte Unternehmen Werbung machen, deren Angebote Ihre Nutzer
auch an ungezählten anderen Stellen sehen.
Sie können die Erfolgsquote sicher erhöhen, indem Sie entsprechend
Energie in die Vermarktung stecken und beispielsweise
Seiten bauen, die speziell auf bestimmte Suchbegriffe
getrimmt wurden. Ob sich das
lohnt, ist angesichts der zahlreichen Konkurrenz
aber sehr zweifelhaft. Auf jeden Fall werden Sie mehr Freude an den Partnerprogrammen haben, wenn Sie
1. inhaltlich zu Ihrer Seite passen und
2. redaktionell eingebettet sind, beispielsweise durch eigene Erfahrungen mit dem entsprechenden Produkt. Das heißt übrigens nicht, dass Sie die Angebote der Werbepartner über den grünen Klee loben sollen. Das wirkt eher unglaubwürdig. Wenn Sie ganz ehrlich Vor- und Nachteile aufzählen, wird das viel eher honoriert.
Realistisch ist zumindest, dass Sie auch bei weniger redaktioneller Mühe über solche Werbeprogramme
die laufenden Kosten für Ihre Internetpräsenz wieder hereinholen.
Wo liegen die Nachteile?
Wirkliche Nachteile sind nicht erkennbar. Die zentrale Frage ist vielmehr, ob Sie überhaupt Werbung auf Ihren Seiten haben möchten. Längst nicht alle Anbieter von Partnerprogrammen haben ein Händchen dafür, schöne Werbeanzeigen zu entwerfen... Dafür können Sie aber nicht selten auch auf Textanzeigen zurückgreifen, die sich dezenter ins eigene Design integrieren und im eigenen Newsletter verwenden lassen.
Wo liegen die Vorteile?
Ganz klar: Sie können mit wenig Aufwand einige Euro nebenbei verdienen. Haben Sie Ihre Werbepartner passend ausgesucht und die Anzeigen gut platziert, brauchen Sie im Prinzip nichts weiter zu unternehmen.
Tipps
- Finden Sie zunächst heraus, welche Seiten auf Ihrer Homepage am besten besucht werden. Überlegen Sie, wie Sie hier sinnvoll Anzeigen unterbringen können. Sinnvoll heißt: Sie sollen den Nutzer einerseits nicht stören, sich so weit als möglich ins bestehende Layout integrieren und doch so gut sichtbar sein, dass sie zu einem Blick und im besten Falle Klick verführen. Welche Formate für Werbung es gibt, können Sie beispielsweise
auf dieser Seite von Google AdSense sehen, dem Werbesystem der Suchmaschine.
- Übertreiben Sie es nicht mit der Zahl der Werbeanzeigen. "Banner-Friedhöfe" sind weder bei den Werbepartnern noch bei Internetnutzern gern gesehen und verführen niemals zum Klicken - höchstens zum Klick auf den "Schließen"- oder den "Zurück"-Knopf...
- Achten Sie darauf, dass die Anzeigen zu den Interessen Ihrer Zielgruppe passen. Mit themenfremder Werbung werden Sie wenig Erfolg haben.
Linktipps
Und wie kann ich noch Geld verdienen?
Immer häufiger werden Sie auf Internetseiten Anzeigen entdecken, die über einen Dienst der Suchmaschine Google vermittelt wurden. Das oben schon erwähnte Programm "AdSense". Es ist praktisch die andere Seite des Google-Angebots "AdWords", bei dem man Textanzeigen aufgeben kann, die auf der Suchmaschine und anderen Internetseiten zu selbst gewählten Stichworten erscheinen. Bezahlt werden diese Anzeigen pro Klick. Und wenn Sie bei sich solche Anzeigen einblenden und Ihre Nutzer darauf klicken, werden Sie an diesen Einnahmen beteiligt.
Mehr Informationen dazu: » Google AdSense: Geld verdienen mit "intelligenten" Textanzeigen
Wie Sie mit Google AdWords selbst Anzeigen schalten, erfahren Sie in unserem Ratgeber » Tipps & Tricks: Werbung mit Google AdWords. Das PDF kostet 3,- Euro und steckt voller interessanter Informationen gerade für Neueinsteiger.
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Artikel aus dem Weblog von Internet optimal nutzen zum Thema "Online Geld verdienen":
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