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von Jan Tißler
Lustige, bewegte Bilder
Besonders die bewegten Bilder haben es vielen Neulingen angetan. "Animated
GIFs" nennt sie der Fachmann und meidet sie
wie der Teufel das Weihwasser. Und das hat
mehrere Gründe:
Der Mensch ist noch aus Urzeiten darauf programmiert, auf jede
Bewegung in seinem Blickfeld zu achten. Zum
Überleben in der Prärie ist das unheimlich
wichtig. Und ob wir wollen oder nicht: Dieser
Drang steckt ganz tief in uns drin. Deshalb
zieht jede Animation unweigerlich ihre Blicke
auf sich, auch wenn man sich eigentlich gerade
auf eine Produktbeschreibung oder ein Angebot
konzentrieren will. Wenn Ihnen der Inhalt
Ihrer Seite wichtig ist, vermeiden Sie also
jede Ablenkung.
Die Bilder passen, wenn Sie sie einfach von woanders "entliehen"
haben, nicht zum Design Ihrer Seite und Ihrer
Firma.
Jeder erfahrene Internetnutzer hat in seinem Leben so viele
von diesen immer gleichen Bildern gesehen,
dass er sofort genervt darauf reagiert. Und
sie signalisieren ihm: "Achtung, hier ist ein
blutiger Anfänger am Werk!"
Sollten Ihnen die vielen animierten Bilder nun doch zuviel werden, » kommen
Sie hier wieder zurück Durchlaufende Schriften
Laufschriften gehören ebenfalls zum beliebtesten Unsinn im Internet.
Verzichten Sie
darauf. Zwei Gründe:
Ein Internetsurfer ist generell in Zeitdruck. Entweder sucht er
gerade etwas Bestimmtes oder es sitzt ihm
einfach der Gebührenzähler im Nacken oder
beides. Auf jeden Fall werden selbst ausgeschriebene
Texte von der Mehrzahl der Surfer nur "gescannt",
d.h. nur jedes zweite Wort wird überhaupt
wahrgenommen. Während man den Inhalt eines
Absatzes aber wenigstens noch auf einen Blick
abschätzen kann, ist man beim Lesen einer
Laufschrift dazu verdammt, abzuwarten. Niemand
weiß vorher, wieviel Text kommt oder was
letztlich drin steht. Deshalb wird sich niemand
die Zeit nehmen, das abzuwarten. Alles was
Sie in eine Laufschrift schreiben, könnten
Sie genausogut auch auf einen Zettel schreiben
und neben Ihre Tastatur legen: Der Erfolg
wäre etwa derselbe.
Viele Laufschriften funktionieren nur auf unter bestimmten Bedingungen.
Alle übrigen Nutzer bekommen sie gar nicht
erst zu sehen.
Zudem muss oftmals erst eine bestimmte Technik namens "Java"
beim Browser gestartet werden, bevor die
Laufschrift funktioniert. Das kostet wieder
wertvolle Sekunden im Kampf um die ungeduldigen
Internetnutzer. Dauert das Laden einer Seite
mehr als fünf Sekunden, sind viele Nutzer
schon wieder weg, bei zehn Sekunden begrüßen
Sie nur noch die ganz Geduldigen auf Ihrer
Website.
Gimmicks und Effekte
Jeder, der ein wenig im Internet herumsurft, stößt auf diese kleinen
Überflüssigkeiten: Wörter, die plötzlich am Mauszeiger
hängen oder Bilder, die sich wie eine Wasseroberfläche
bewegen. Natürlich ist das für einen Neuling total
spannend, nur nicht für Ihren künftigen Kunden.
Der will w
issen, was Sie können, was Sie anbieten, was
es kostet und wie er es bekommen kann. Er will
nicht wissen, dass Sie auch so eine Seite entdeckt
haben, wo man sich diese Effekte kostenlos
herunterladen kann.
Riesige Bilder
Natürlich sehen große Bilder toll aus. Gerade, wenn Sie ein Produkt
haben, dass durch sein Äußeres überzeugen muss,
Immobilien beispielsweise. Das Problem ist
nur, dass Bilder der wichtigste Faktor für
die Ladezeiten Ihrer Internetseite sind. Und
die Ladezeit wiederum ein ganz entscheidendes
Kriterium für den Erfolg ist.
Natürlich greifen die schnellen Internetzugänge á la DSL immer mehr
um sich und viele Internetnutzer haben im Büro
einen entsprechend guten Zugriff. Aber erstens
ist das maximal die Hälfte der Nutzerschaft
und zweitens muss auch der Server,
auf dem Ihre Seite liegt, das schnell an den Nutzer
ausliefern. Und darauf können Sie sich nicht
verlassen.
Normale Illustrationen der Seite sollten nicht größer als 10 KB sein,
in Ausnahmen auch 20 KB. Wollen Sie ein größeres
Bild anbieten, dann setzen Sie eine kleine
Vorschau auf die Seite und verlinken die mit
der größeren Version. Dann entscheidet sich
der Benutzer bewusst für das große Bild und
wird dessen Ladezeit sehr viel geduldiger hinnehmen. Hintergrundbilder
Besonders
auf privaten Homepages sind die Hintergrundbilder zu bewundern: Da
scheint die Webseite mit dem Foto eines
Sonnenuntergangs tapeziert oder mit
Holz vertäfelt zu sein. Schade nur, dass das
erstens ausnahmslos unseriös aussieht und zweitens
dafür sorgt, dass man im Zweifel nur noch mit
Mühe Ihre Texte lesen kann. Und auf die kommt
es doch schließlich an, oder?
Übrigens: Der Killer ist ein einziges, riesiges Hintergrundbild. Siehe
dazu den vorherigen Punkt "riesige Bilder".
Sie meinen wieder, ich übertreibe? » Dann
lesen Sie gern hier weiter...
Alles so schön bunt hier
Nur weil man Millionen von Farben zur Verfügung hat, muss man sie
nicht alle auf einer Internetseite unterbringen...
Generell gilt: Wenn Ihre Firma Hausfarben hat,
und das sollte sie für den Wiedererkennungseffekt
haben, dann gehören die auch auf die Website.
Ansonsten wirken solche Entwürfe angenehm, die sich für eine Grundfarbe
entschieden haben und dann zur Hervorhebung
eine Kontrastfarbe benutzen. Diese Seite hier
beispielsweise hat sich für Varianten von Rot und
Grau entschieden. In Grün oder Blau
ergäbe sich ein völlig anderes Bild. Aber zu Hause funktioniert das doch alles...
Der Kardinalfehler bei Laien, die Ihre Internetseite zu Hause bauen:
Sie testen nur auf ihrem eigenen Computer. Schon
beim Einspielen auf den Server lauert
die erste böse Überraschung, wenn plötzlich Links
nicht mehr funktionieren oder Bilder nicht gefunden
werden. Das liegt daran, dass die meisten Server
Groß- und Kleinschreibung bei Dateien und Pfadangaben
unterscheiden, während Windows das nicht tut. Erster
Rat: Schreiben Sie generell alles klein. Und: Benutzen
Sie keine Sonderzeichen wie die Umlaute und keine
Leerzeichen. Windows mag Ihnen das verzeihen, der
Server im schlimmsten Fall nicht.
Aber selbst wenn dann die Seite bei Ihnen korrekt angezeigt wird,
muss das längst nicht bei allen Nutzern so sein.
Gehen Sie zu Freunden und Kollegen und rufen
Sie dort die Seite auf, probieren Sie einmal
einen anderen Browser als
den von Microsoft mitgelieferten Internet Explorer.
Sie werden vielleicht böse Überraschungen erleben.
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